Monthly Archive for Juni, 2005

offscreen strikes back!

autokino

...zum 15-jährigen Bestehen des Vereins veranstaltet offscreen am 8. Juli ab 21:30 Uhr ein Autokino am Parkplatz der Stiegl’s Brauwelt

Am 06.01.1990 wurde von einer Gruppe junger Studenten rund um den in Salzburg geborenen Filmemacher Wolfgang Haberl der Verein laterna magica gegründet. Erklärtes Ziel der Gruppe war es, jungen Salzburger FilmemacherInnen die Herstellung und Finanzierung von unabhängigen, nicht-kommerziellen Film- und Videoproduktionen jenseits des Mainstreams zu ermöglichen. Diesem Ziel wurde man gerecht: bis Ende 1996 wurden über 25 Produktionen realisiert, deren Bandbreite vom experimentellen Musikvideo bis zum Kammerspiel in Kurzfilmform, von wütendem Trash bis zu tragisch- romantischen Liebesgeschichten reicht.

Sieben Jahre später beschlossen die Mitglieder, dem Verein ein neues Gesicht zu verpassen. Man wollte unter professionelleren Bedingungen arbeiten und strebte eine stärkere Vernetzung mit anderen kulturellen Einrichtungen, sowie Kooperationen mit renommierten Regisseuren, Kameraleuten und Produzenten an. Ziel war die Etablierung einer Art Medienwerkstatt für freie Filmschaffende, aber auch eines Forums für professionelle Aus- und Weiterbildung. Im Rahmen dieser Neuorientierung erhielt der Verein einen neuen Namen, der dieses Programm eindeutiger kommunizieren sollte: offscreen, das offene film forum salzburg war geboren.

Seither haben nicht nur über 300 Filmschaffende an unseren Workshops mit renommierten Filmemachern aus der österreichischen und europäischen Filmszene, darunter Barbara Albert, Ulrich Seidl, Erich Lackner oder Lech Kowalski, teilgenommen, es wurden auch über 40 neue Filmprojekte realisiert.

Zum 15-jährigen Jubiläum des Vereins zeigt offscreen im ersten Autokino Salzburgs am 8. Juli ab 21:30 Uhr am Parkplatz der Stiegl’s Brauwelt einen Querschnitt aus allen Produktionen der vergangenen Jahre. Neben zahlreichen Kurzfilmen wollen wir besonderes Augenmerk auf beinahe verloren geglaubte Schätze, wie Super-8 Rollen aus der laterna magica-Zeit, legen, wie zum Beispiel Der Schaß von Paul Itzlroither, Ö 1991, eine Satire zum Umgang der Salzburger Polizei mit Fremden, welche in Weihnachtscookie von Claudio Ruggieri, Ö 2004, ihre Fortsetzung findet.

Auch der Dokumentarfilm kommt in diesem Programm nicht zu kurz: gezeigt werden Ausschnitte aus zum Teil mehrfach ausgezeichneten Filmen zu verschiedensten Themen: von schockierenden Eindrücken der Demonstrationen im Rahmen des WEF-Gipfels 2001 in Zustand:Ausnahmezustand, über den Versuch einer Annäherung an die Bewohner des Forumhauses am Salzburger Bahnhofsvorplatz in Kopfbahnhof bis zum Portrait des Zwangsarbeiters Jor Maso.

Für Verpflegung und Service ist gesorgt: so werden nicht nur Ihre Windschutzscheiben gereinigt, auch Snacks und Getränke verfeinern das besondere Autokinoerlebnis, und bei der abschließenden Mitternachtsjause im Maschinenraum der Stieglbrauerei kann man die letzten 15 Jahre noch einmal lustvoll Revue passieren lassen…