
23. und 24. Februar 2002
Die junge österreichische Regisseurin Barbara Albert realisierte mit „Nordrand“ ihren ersten Langspielfilm nach einer Reihe von international ausgezeichneten Kurzfilmen. Barbara Albert studierte Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaften, bevor sie an der Wiener Filmakademie ein Regie- und Drehbuchstudium begann. Neben der Arbeit an ihren eigenen Filmen war sie als Regieassistentin, Script und Schauspielerin tätig.
Anhand ihrer Kurzfilme “Sonnenflecken” und “Die Frucht meines Leibes”, aber auch anhand von anderen Filmen hat sich Barbara Albert dem Thema “Filmgestaltung” (z.B. Kameragestaltung, Ausstattung, Kostüm, Ton etc.) angenähert. Fragen bezüglich des Drehbuchs, des Castings und der Regiearbeit (Szenenanalyse, Arbeit mit den SchauspielerInnen) wurden erörtert und diskutiert.
Am zweiten Tag hat Barbara Albert gemeinsam mit den TeilnehmerInnen eine Szene mit SchauspielerInnen erarbeitet. Besonderes Augenmerk wurde auf das Zusammenspiel von Kamera und Schauspiel gelegt.

9. und 10. Februar 2002
Der österreichische Regisseur Ulrich Seidl wurde 1952 in Horn/Niederösterreich geboren. Er studierte in Wien Publizistik und Theaterwissenschaften und besuchte schließlich die Filmakademie, die er aber vorzeitig wieder verließ. Er ist bekannt für seine vielfach preisgekrönten Dokumentarfilme wie “Good News”, “Mit Verlust ist zu rechnen” oder “Models”. Seine einzigartige Weise, Menschen und Menschlichkeiten in ihren intimsten und einfühlsamsten Momenten zu zeigen, hat zahlreiche Diskussionen über Authentizität und Methoden zur Authentizität hervorgerufen.
Werner Herzog reihte Ulrich Seidl unter die seiner Meinung nach zehn besten Filmemacher der Welt und kommentierte “Tierische Liebe” mit dem Satz: “Ich habe noch nie im Kino so direkt in die Hölle geschaut”. Ulrich Seidls jüngster Film “Hundstage” ist sein erster Spielfilm und hat bei den Filmfestspielen von Venedig den “Großen Preis der Jury” bekommen.
Eine österreichische Kritikerin schrieb zu Ulrich Seidls jüngstem, ersten Spielfilm “Hundstage”: “Konnte man bisher nicht glauben, dass die Dokumentarfilme Ulrich Seidls dokumentarisch, also wirklich sind, so kann man bei seinem ersten Spielfilm nicht glauben, dass alles gespielt, also fiktiv ist.” Oder um Ulrich Seidl selbst zu zitieren: “Ich unterscheide nicht zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm.” Womit wir schon bei der Frage sind, die im Workshop anhand ausgewählter Filmarbeiten analysiert, thematisiert, diskutiert wurden:
Wo liegt die Grenze zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm? Wo endet die Wirklichkeit, wo beginnt die Inszenierung? Es wurde jedoch nicht nur über die Realitätsfrage diskutiert, sondern es ging auch um den konkreten Entstehungsprozess der Filme von Seidl: von der ersten Idee zu einem Film, bis zum Casting, zur Inszenierung mit Nicht-Schauspielern, bis zum Schnitt.

2. und 3. Februar 2002
Der österreichische Regisseur Wolfgang Murnberger wurde 1960 in Wiener Neustadt geboren. Er absolvierte die Wiener Filmakademie (Studienrichtungen: Drehbuch, Regie und Schnitt) und erhielt für seinen Abschlussfilm “Himmel oder Hölle” (1990) den Preis der österreichischen Filmtage sowie einige internationale Auszeichnungen. Er arbeitet als freier Drehbuchautor und Regisseur und realisierte bislang drei Kinofilme und sieben Fernsehfilme (u.a. “Ich gelobe”, “Attwengerfilm”, “Morde ohne Leichen”/Tatort). Sein letzter Film “Komm, süßer Tod“ war der meistbesuchte österreichische Kinofilm im Jahr 2001.
Wolfgang Murnberger ging in seinem Workshop auf den Entstehungsprozess einer Filmszene (von der Drehbuchszene zur fertig geschnittenen Filmszene) ein. Einzelne Aufgabenbereiche der Regie wie das Casting, die Auflösung, der Dreh, das Ausmustern der gedrehten Einstellungen, der Schnitt etc. wurden erläutert und diskutiert. Anhand von eigenen Filmszenen versuchte Murnberger zu erklären, warum er die Auflösung der Szenen so und nicht anders gemacht hat. Am zweiten Tag des Workshops hat Wolfgang Murnberger mit den TeilnehmerInnen gemeinsam eine Dialogszene mit zwei Schauspielern erarbeitet und gedreht. Anschließend wurde anhand des Rohschnittes die Szene analysiert.
Kurzspielfilm über die Identitätssuche eines jungen Mannes von Ernst Wuger, Harald Scheinthauer, Ruth Hetzer
Österreich 2002 – 12 min. – MiniDV